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ZNL Newsletter


Liebe Leserinnen und Leser unserer Webseite und der ZNL-Newsletter,


ein paar Tage zuhause zu sein ist an sich nicht schlimm. Man kann es sich gemütlich machen, ein gutes Buch lesen, die Zeit mit der Familie genießen … Was aber, wenn aus Sicherheitsgründen aus ein paar Tagen ein längerer Zeitraum wird? Aktuell empfinden es viele von uns als belastend sich nicht mit Freunden treffen oder raus zu dürfen, auch nicht zur Arbeit, in die Kita, die Schule.

Verzicht und Zurückstellen von Bedürfnissen ist aktuell die große Herausforderung. Je nach Alter, Lebenssituation, Gewohnheiten usw. gelingt das mehr oder weniger gut und über einen mehr oder weniger langen Zeitraum. Warum aber ist die Situation für viele so schwierig?

Eine Sichtweise, die dazu beitragen könnte die Herausforderungen der aktuellen Einschränkungen besser zu verstehen und mit ihnen umzugehen, ist die Perspektive der Neurowissenschaften. Daher haben wir uns vom TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen dafür entschieden, Ergebnisse aus unseren laufenden und ehemaligen Forschungs- und Entwicklungsprojekte nutzbar zu machen. Sie sollen Anregungen für Eltern, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und alle anderen Interessierten bieten.


Dieser Newsletter ist der erste in einer Serie von vier Newslettern. Geplante Schwerpunkte sind:


Familien mit Kindern und Teens zuhause

Jugendliche in Zeiten von Corona

Aktivitäten mit und für Grundschulkinder – Anregungen für Lehrkräfte und Eltern

Alltag mit Kindern unter 3 Jahren aktiv gestalten

    

In allen Newslettern haben wir uns mit den Fragen beschäftigt:


    Was passiert in der aktuellen Situation aus Sicht der Hirnforschung?

    Und was könnte demnach helfen mit den derzeitigen Einschränkungen besser umzugehen?

    

Die gute Nachricht ist: Unser Gehirn ist höchst anpassungsfähig und kann uns helfen, uns auf die veränderten Bedingungen einzulassen und gut mit ihnen umzugehen. Es ermöglicht eine schnelle Anpassung, wenn sich unsere Lebensumstände plötzlich und nur für kurze Zeit ändern. Wenn der Zustand länger andauert, sind echte Lernprozesse notwendig, damit wir uns trotz der Veränderungen wohlfühlen. Solches Lernen fällt den Menschen unterschiedlich schwer. Wer schon unter vielen verschiedenen Bedingungen gelebt hat, dem gelingt die Anpassung leichter. Ebenso denjenigen, die auf ein unterstützendes Umfeld zurückgreifen können und sei es per Telefon oder Video-Chat. Anderen fällt die Umstellung schwerer.

Kinder und auch Jugendliche lernen besonders schnell. Man sollte also annehmen, dass ihnen der Umgang mit der neuen Situation leichtfallen würde. Das stimmt so aber nicht. Kinder lernen nicht nur leichter als Erwachsene, sie brauchen auch bestimmte, je nach Alter unterschiedliche Anregungen und Bedingungen in ihrer Umgebung um sich gesund und altersgerecht zu entwickeln. Beispielsweise brauchen jüngere Kinder vielfältige Bewegungsmöglichkeiten, am besten im Freien und eine Umgebung, in der sie immer wieder Neues entdecken können. Jugendliche brauchen für Ihre Entwicklung dringend den Kontakt mit Gleichaltrigen und Freiräume, die nicht permanent von den Eltern überwacht werden.


Und gerade diese Möglichkeiten sind durch die derzeit geltenden Regelungen – so notwendig diese auch sind – eingeschränkt oder fallen oft sogar ganz weg. Was Eltern tun können, um einen Ausgleich zu schaffen und mit mehr Zufriedenheit aller Beteiligten auch mehr Ruhe und Harmonie ins Familienleben zu bringen, ist eine wichtige Frage.


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Mit freundlichen Grüßen

Petra Arndt